Dezember 2007
 
BLICK IN DIE MÄRKTE
Einer Studie von Nielsen zufolge wächst der Marktanteil der Discounter in Großbritannien.
AUS DER MARKTFORSCHUNG
Handelsmarken stellen sich auf erhebliches Wachstum in den USA ein.
PLMA-NACHRICHTEN
Das „Leben mit Marken“ ist Thema der Konferenz am Runden Tisch in Brüssel.
VERANSTALTUNGSKALENDER

Carrefour strebt 50%ige Marktdurchdringung mit Handelsmarken an

Wie José Luis Duran, CEO bei Carrefour, mitteilte, will der Einzelhändler die Durchdringung des Marktes mit Handelsmarken im Laufe der nächsten fünf Jahre auf 50 % steigern. Derzeit beträgt die Marktdurchdringung 40 %. „Im Laufe der kommenden drei bis fünf Jahre werden jährlich 1,5 Prozentpunkte dazukommen. Ich denke, im Hinblick auf den Volumenanteil können wir in den nächsten fünf Jahren die 50 % erreichen“, so Duran.

   Befördert werden die Marktanteilsteigerungen von einer neuen Strategie, die Innovation und Qualität anstatt niedriger Preise in den Mittelpunkt rückt. „Die wichtigsten Triebfedern des Wachstums sind Markenbekanntheit, gute Führung und Geschwindigkeit. Uns mangelte es an Geschwindigkeit. Damit meine ich Geschwindigkeit im Hinblick auf das Wachstum und die Innovation bei neuen Produkten. Wir müssen das Tempo bei der Innovation und Verbesserung unserer Reihen erhöhen“, stellte Duran fest. „Noch vor zehn Jahren ging es vor allem um Volumen und Preisgestaltung. Angemessene Preisbildung ist zwar nach wie vor wichtig, reicht jedoch nicht aus. Der Schlüssel ist die Produkteinführungszeit“.
   Seit 2005 hat Carrefour pro Jahr etwa 1.000 SKUs auf den Markt gebracht. Der Einzelhändler ist zuversichtlich, dieses Tempo der Produktentwicklung aufrechterhalten zu können. Mit Blick auf den Nonfood-Sektor stellte Duran fest: „Es ist wichtig, eher als Spezialist betrachtet zu werden. Als Generalist hat man heute wenig Chancen“.
   Carrefour ist nicht der einzige französische Einzelhändler, der ehrgeizige Pläne zur Erweiterung seines Handelsmarkenprogramms hegt. Vor kurzem berichtete Casino, dass der Marktanteil der Handelsmarken nach einer Steigerung um sieben Prozentpunkte seit 2004 die 40%-Marke überschritten hätte. Der Einzelhändler investiert verstärkt in die Entwicklung neuer Produkte und bringt in diesem Jahr mehr als 500 Artikel auf den Markt.

Neue Regelungen für Kennzeichnung und Verpackung

   In naher Zukunft ist mit der Einführung neuer Regelungen für die Kennzeichnung und Verpackung von Produkten zu rechnen. Dahinter stehen überlegungen im Hinblick auf den Nährstoffgehalt, die Marketingsprache und Umweltbelange.
   In Deutschland verabschiedete die Regierung freiwillige Richtlinien zur Erweiterung der Nährstoffangaben auf der Lebensmittelverpackung. Die höchste Priorität kommt dabei dem Kaloriengehalt zu. Auf der Vorderseite der Verpackung wird angegeben, wie viele Kalorien eine Portion des Produkts enthält. Zudem erfährt der Verbraucher, wie viel Prozent der täglich empfohlenen Kalorienmenge dies entspricht. Je nach Verpackung können auf der Vorder- oder Rückseite Angaben über vier weitere Inhaltsstoffe gemacht werden: Fett, Salz, Zucker und gesättigte Fettsäuren.
   In Großbritannien untersucht die Food Standards Agency bei der Lebensmittelkennzeichnung verwendete Begriffe wie „Qualität“, „von Hand gemacht“ und „erlesen“. Die FSA erwägt eine überarbeitung ihrer Best Practice-Richtlinien für Unternehmen in Bezug auf bestimmte Begriffe zur Lebensmittelvermarktung, für die keine gesetzliche Definition existiert, die jedoch eine allgemein akzeptierte Bedeutung haben. Die britischen Behörden setzen möglicherweise auch EU-weite Regelungen in Kraft, die eine Änderung der Bestimmungen zur Verwendung von Kunststoffen und anderen Materialien vorsehen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
   Die Regierungen der EU Mitgliedsstaaten diskutieren unterdessen einen Regelvorschlag der Europäischen Kommission zur Verwendung recycelter Kunststoffe in Lebensmittelverpackungen. Es finden informelle Gespräche zu Arbeitspapieren der Kommission statt, die die Grundlage für die Harmonisierung der EU-Regelungen zu Kunststoffen und Materialien mit Lebensmittelkontakt bilden könnten.

Delhaize erweitert Sortiment um Handelsmarken im Wettbewerb mit Discountern

   Um der wachsenden Konkurrenz durch Discounter im Heimatmarkt entgegenzuwirken, erweitert der belgische Einzelhändler Delhaize seine Handelsmarkenprogramme. Pierre-Olivier Beckers, President und Chief Executive, ließ Sicherheitsanalysten gegenüber verlauten: „In Belgien hat der Kampf zwischen den Discountern zu aggressiven Preis- und Marketingaktionen durch die Wettbewerber und zur bedeutenden Erweiterung der Geschäftskapazität geführt“.
   Beckers zufolge erweitert der Einzelhändler sein Produktangebot der Marke 365 und betreibt eine „sehr aggressive Preispolitik“. Delhaize bietet in dieser Produktreihe 500 Artikel an. „Die 365-Produkte werden zum selben Preis verkauft wie ähnliche Aldi-Produkte und sind von mindestens derselben Qualität. Zudem führen wir etwa 80 der überregionalen Markenprodukte, die Lidl seit Anfang des Jahres eingeführt hat, zu identischen Preisen“, so Beckers. Delhaize erweitert außerdem die anderen Einzelhandelsmarkenreihen, die derzeit mehr als 6.000 Artikel umfassen.

Tesco und Disney bringen Co-Brand-Snacks für Kinder auf den Markt

   Tesco und Disney Consumer Products haben eine Reihe „gesunder“ Co-Brand-Snacks für Kinder entwickelt. Auf den Verpackungen der Artikel, zu denen Obstprodukte, Frühstückszerealien, Joghurt und Milch gehören, sind Disney- und Pixar-Figuren abgebildet.
   Die ersten Produkte sind bereits erhältlich. Im Laufe des Jahres soll das Angebot erweitert werden. Bei der Entwicklung des Programms wurden Ernährungsberater hinzugezogen. Die Lebensmittel der Reihe müssen bestimmte Richtlinien bezüglich des Kalorien-, Fett-, Zucker- und Salzgehalts erfüllen.
   Darüber hinaus sind die Produkte frei von künstlichen Geschmacks- und Farbstoffen sowie Transfettzusätzen. Im Laufe der nächsten 12 Monate werden die Unternehmen weitere neue Produkte entwickeln.
   Mit zwei anderen Einzelhändlern, Kroger in den USA und Sobey's in Kanada, arbeitet Disney an der Entwicklung von Co-Brand-Handelsmarken für Kinder.

Casino erzielt mit Handelsmarken Gewinne in zweistelliger Höhe

   Casino berichtet, dass seine Handelsmarken in den Casino- und Monoprix-Geschäften Umsatzsteigerungen in zweistelliger Höhe verbuchen. Diese Gewinne sind das Ergebnis einer neuen Marketingstrategie. Für überregionale Marken, Handelsmarken und höherwertige Produkte wurden Preissenkungen umgesetzt. Nach Angaben von Casino wurde im September ein auf Kundensegmente ausgerichtetes neues Zielgruppensortiment eingeführt.
   Darüber hinaus beauftragte der französische Einzelhändler ein Unternehmen mit der Verfolgung der Lieferketten von 3.000 Produkten. Dabei wurde unter anderem untersucht, wie hoch die CO2-Emissionen bei der Herstellung und Verpackung sind, welcher Anteil der Verpackung recycelt werden kann und wie groß die Entfernung ist, die ein Produkt bis ins Regal zurücklegt. Jedes Produkt wird mit einer farbkodierten Einstufung von Rot bis Grün versehen. Damit kann sich der Verbraucher über die Umweltauswirkungen informieren.

ITM erweitert Angebot um Premium-Reihe mit 230 SKUs

   Der französische Einzelhändler ITM hat eine Premium-Handelsmarkenreihe unter dem Namen „sélection gourmande“ ins Sortiment aufgenommen. Die Produkte sind an einer goldenen Scheibe in der Mitte des Mousquetaires-Logos zu erkennen. Zu den 230 SKUs gehören Sardinen in Dosen, Foie Gras, Nudeln aus dem Elsass, Red Label-Hühnchen, Käse und Wein, Patisserie-Produkte und Eiscreme. Die Reihe soll noch vor Weihnachten in die Regale kommen.

Wachsender Marktanteil von Handelsmarken bei Tiefkühlwaren

   Handelsmarken verbuchen in einer Reihe von Tiefkühlkategorien in sieben Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, den Niederlanden und Griechenland) erhebliche Wertanteilgewinne. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht von Information Resources, Inc.
   Der größte Zuwachs ist in Frankreich zu verzeichnen, wo tiefgekühlte Abendmahlzeiten fast 7 Prozentpunkte zulegten, während sich der Anteil von Tiefkühlgemüse um fast 4 Punkte erhöhte. In den Niederlanden kletterte der Wertanteil für Tiefkühlwaren in der Kategorie Fisch und Meeresfrüchte um beinahe 4 Punkte. In Großbritannien erhöhte sich der Handelsmarkenanteil bei tiefgekühlten Abendmahlzeiten und Tiefkühlpizzas um 2 Punkte oder mehr. IRI zufolge legte Tiefkühlgemüse in Deutschland einen Punkt zu, während sich der Anteil von Eiscreme/Sorbet um fast 2 Punkte erhöhte. Der Bericht stützt sich auf die Umsätze über einen Zeitraum von 52 Wochen bis Ende September 2007.

Plus erweitert Angebot um nicht verschreibungspflichtige Markenmedikamente

   Der Discounter Plus hat sein Sortiment in Deutschland um nicht verschreibungspflichtige Präparate erweitert. Die Produktreihen „Prolife“ und „Medicazin“ umfassen 50 Artikel und werden in etwa 2.000 Plus-Märkten angeboten. Auf der Website des Einzelhändlers können sich Kunden darüber informieren, in welchen der fast 3.000 Plus-Discountmärkte im Land die neue Produktreihe geführt wird.
   Dass die Reihe nicht in allen Märkten angeboten wird, könnte unter anderem daran liegen, dass für den Verkauf der Produkte speziell ausgebildetes Personal erforderlich ist. Der Einzelhändler versorgt Kunden nicht nur auf der Website und in Merkblättern mit umfassenden Produktinformationen, sondern bietet darüber hinaus eine Telefonberatung an.

Edeka mit neuer Obst- und Gemüsemarke

   Edeka bringt eine neue Premium-Handelsmarkenreihe mit Obst und Gemüse auf den Markt. Die Marke „Yacaran“, unterstützt durch die Dachmarke „Edeka Selection“, wird mit dem Werbespruch „Erlebnis für die Sinne“ angeboten. Unabhängigen Edeka-Einzelhändlern werden zusätzliche Deckenhänger, Regalschilder und Merkblätter zur Werbung für die Premium-Reihe zur Verfügung gestellt. Edeka zufolge haben Untersuchungen gezeigt, dass 74 % der Obst- und 66 % der Gemüseprodukte als Ergebnis von Spontankäufen in den Einkaufskörben landen.

Carrefour und Auchan schaffen Einkaufszentralen in Italien

   Carrefour und Auchan haben in Italien neue Einkaufsorganisationen geschaffen. Carrefour unterzeichnete eine Vereinbarung mit zwei lokalen Gruppen, Finiper und Agora Network, über die Schaffung von Gd Plus. Die Organisation nimmt ihre Arbeit im Januar auf und wird voraussichtlich fast 20 % des Hypermarkt- und Supermarktsegments kontrollieren. Damit wäre sie die drittgrößte Einkaufszentrale in Italien. Jeder Partner erhält einen gleich großen Anteil an Gd Plus, das im Lebensmittel-, Nonfood- und Marketingbereich aktiv werden wird. Agora gehörte früher einer Einkaufszentrale an, die außerdem Esselunga, Gruppo Selex und ESD umfasste.
   Die SMA-Supermarktgruppe von Auchan unterzeichnete unterdessen eine über zehn Jahre gültige Vereinbarung mit Crai (einem Verband unabhängiger Einzelhändler), um Einkauf, Logistik und Service-Aktivitäten in diesem Jahr zu verbinden. Im Rahmen der Vereinbarung wird Crai Distribution ein Geschäftsnetz unter den SMA-Namen entwickeln.

Wal-Mart erweitert Sortiment in Indien um Handelsmarken

   Wal-Mart plant die Erweiterung des Handelsmarkenabsatzes über seine Abholgroßmärkte, die in Indien eingerichtet werden. Zu Beginn will Wal-Mart eigene Marken in Segmenten wie Obst, Gemüse, Körperpflegeprodukte, Lebensmittel, Haupterzeugnisse, Bürowaren, Konsumgüter und Schuhe einführen. Die Produkte für das indische Handelsmarkenprogramm sollen kürzlich veröffentlichten Berichten zufolge von Zulieferern in Indien bezogen werden. Über das Joint Venture, das Wal-Mart mit Bharti Enterprises, Bharti Wal-Mart Pvt Ltd., gebildet hat, werden Abholmärkte und Backend-Prozesse im Lieferkettenmanagement in ganz Indien eingerichtet.

Südafrikanischer Einzelhändler baut Markenprogramm aus

   Der südafrikanische Einzelhändler Pick 'n Pay erweitert und verbessert sein Handelsmarkenprogramm im Rahmen einer neuen Strategie für den Aufbau der Markenidentität. Mehr als 50 Geschäfte erhalten bis Februar nächsten Jahres eine neue visuelle Identität. Im Laufe des Jahres 2009 soll die Umgestaltung aller Märkte abgeschlossen werden. Die Reihe „Fresh“ des Einzelhändlers wird um mehr als 450 neue und neu verpackte Produkte ergänzt. Dazu gehören über 300 Fertiggerichte (Schnellgerichte), mehr als 80 Frischerzeugnisse und über 50 neue Fleischprodukte. Später soll eine Reihe mit mehr als 50 neuen Bioprodukten folgen.

BLICK IN DIE MÄRKTE

   Einer Studie von Nielsen zufolge wächst der Marktanteil der Discounter in Großbritannien. Aldi, Lidl und Netto verbuchten im letzten Quartal bedeutende Umsatzsteigerungen in Höhe von 13 % und halten in den Lebensmittelkategorien inzwischen Anteile von etwas weniger als 5 %.

   Rewe hat für seine Handelsmarkenprodukte ein Programm zur Nährstoffkennzeichnung eingeführt. Die Kennzeichnung dient der Information der Verbraucher über den Energie- (Kcal), Fett-, Zucker- und Salzgehalt der Produkte sowie über den Anteil an der täglich empfohlenen Menge.

   Migros plant eine Erweiterung der Produktreihe „Anna's Best“ im deutschen Einzelhandel. Mit dem Testverkauf von gekühlten Convenience-Gerichten wurde bereits begonnen.

   Delhaize rechnet mit einer Steigerung des Anteils der ökoreihe „Bio“ am Gesamtumsatz von 2,2 % auf 3 % bis Ende nächsten Jahres.

   Die deutsche Drogeriekette Dm erweitert das Sortiment in den Geschäften in der Tschechischen Republik um Fairtrade-Kaffee, -Tee und -Schokolade.

   Die britische Drogeriekette Boots weitet ihre Marke „No7“ auf den Bereich Pflegeprodukte für Herren aus. Die neue Reihe umfasst 11 SKUs. Dazu gehören Produkte für die Gesichts- und Körperpflege.

   Albert Heijn bietet jetzt ein Magermilch-Biogetränk an, das zur Senkung des Cholesterinspiegels beiträgt.

   Superquinn in Irland hat eine Premium-Reihe namens „SQ“ (Superior Quality) in das Sortiment aufgenommen. Die Reihe umfasst etwa 100 Produkte und soll im Laufe der Zeit auf ungefähr 500 Produkte anwachsen, wenn sie von den Kunden angenommen wird.

   Système U plant die Ausdehnung des Angebots auf Versicherungs- und Bankdienstleistungen. In Zusammenarbeit mit einer Bank wird 2008 eine Debit-Karte als Co-Brand-Produkt angeboten.

   Asda führt eine neue Reihe umweltfreundlicher Haushaltpapierprodukte unter der Marke „Naturally Soft“. Die Erzeugnisse der Reihe, die Toilettenpapier, Küchen- und Kosmetiktücher umfasst, werden zu 100 % aus Recyclingpapier hergestellt.

   Sainsbury’s hat sieben „grüne“ Haushaltsreinigungsprodukte der Marke „Cleanhome“ ins Sortiment aufgenommen. Zur Herstellung der Produkte dieser Reihe werden nachhaltige natürliche Inhaltsstoffe verwendet.

   Der südkoreanische Einzelhändler Shinsegae erweiterte das Sortiment seiner E-Mart-Discountgeschäfte um 3.000 Handelsmarkenprodukte. Zu den Produkten, die unter sechs Marken angeboten werden, gehören kohlensäurehaltige Getränke, Nudeln, Kaffee, Obst und Gemüse sowie Elektrowaren.

   Die Co-operative Group in Großbritannien, die sich vor kurzem mit United Co-ops zusammengeschlossen hat, beabsichtigt, bis Ende 2009 alle 4.400 Handelsmarkenprodukte unter der neuen Co-operative-Marke anzubieten.


AUS DER MARKTFORSCHUNG

Handelsmarken stellen sich auf erhebliches Wachstum in den USA ein

   Neuen Studien zufolge könnten sich Handelsmarkenanbieter in den USA auf beträchtliche Gewinne freuen. Das Unternehmen McKinsey & Co. prognostiziert in seinem Bericht „New World of Brands The Next Wave of Private Label“ einen bedeutenden Wandel am Markt, der dazu führen wird, dass Jahresumsätze in Höhe von 55 Milliarden US-Dollar von überregionalen Marken auf Handelsmarken übergehen. Der Wandel könnte eintreten, wenn die Mehrheit der Einzelhändler versucht, den Aktivitäten der „besten“ Einzelhändler des Landes nachzueifern. Diese Einzelhändler setzen Handelsmarken mit Erfolg ein, um sich von Konkurrenten abzuheben und die Kundenbindung aufzubauen.
   Laut McKinsey dient der Erfolg von Handelsmarken in ganz Europa den US-amerikanischen Einzelhändlern bei der Erweiterung ihrer Programme als Vorbild. McKinsey befragte mehr als 70 Einzelhändler und kam zu dem Ergebnis, dass Unternehmen mit den derzeit höchsten Marktanteilen als auch „aufstrebende“ Handelsmarkenanbieter das Ziel verfolgen, im Hinblick auf Dollaranteil und Wachstum mit den europäischen Marktführern gleichzuziehen. Dies wurde sowohl in den Befragungen als auch in öffentlichen äußerungen deutlich.
   Eine zweite Studie von Information Resources, Inc. kommt zu dem Ergebnis, dass die US-amerikanischen Einzelhändler wahrscheinlich zwei Wege einschlagen werden, um die Handelsmarkendurchdringung in allen Kategorien zu erhöhen. Die erste Möglichkeit wäre die verstärkte Investition in das Branding ihrer Geschäfte und die Nutzung dieses Brandings zur Förderung von Handelsmarken-Submarken. Eine zweite Möglichkeit ist die Entwicklung abgestufter Angebote, mit denen die individuellen Anforderungen an Qualität und Preis eines breiteren Spektrums von Verbrauchern erfüllt werden können.

Nicht verschreibungspflichtige Husten- und Erkältungsmittel stehen bei Verbrauchern in Deutschland hoch im Kurs

   Mehr als anderswo in Europa kaufen Verbraucher in Deutschland nicht verschreibungspflichtige (OTC) Produkte, um Symptome von Husten und Erkältungskrankheiten zu bekämpfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von GfK. Praktisch jede zweite Frau und 43 % der Männer erwerben Produkte dieser Art.
   Die Ergebnisse zeigen, dass in ganz Europa Frauen eher Maßnahmen zur Behandlung einer Erkältung ergreifen. Etwa 43 % der Frauen verwenden Hausmittel, im Vergleich zu 36 % der Männer. Besonders auffällig ist der Unterschied in Österreich, wo 45 % der Frauen, jedoch nur 31 % der Männer eine Drogerie aufsuchen, um ein Medikament zu erwerben. In Österreich wenden Männer außerdem seltener Hausmittel an als Frauen.

PLMA-NACHRICHTEN

Das „Leben mit Marken“ ist Thema der Konferenz am Runden Tisch in Brüssel

   Auf dem Programm der Konferenz am Runden Tisch der PLMA, die vom 27. bis 28. Februar in Brüssel stattfindet, stehen Präsentationen dazu, wie Führungskräfte im Handelsmarkensektor mit Industriemarken leben können. Für die meisten Einzelhändler stellt sich das Problem, das Angebot von Handelsmarken und Industriemarken auszubalancieren. Eine echte Herausforderung für viele Handelsmarkenhersteller bildet hingegen die Frage, wie die Marken des eigenen Unternehmens neben Handelsmarken bestehen können. Die Konferenz am Runden Tisch befasst sich mit beiden Themen und stellt Best Practices von Einzelhändlern und Herstellern vor, die sich diesen Fragen erfolgreich gestellt haben.
   Außerdem erhalten Teilnehmer der Konferenz einen überblick über neue EU-Regelungen und deren Auswirkungen auf Handelsmarken. Diesem Thema widmen sich John Wyles, Partner und Christian Kaufholz, Kundenleiter bei GPlus Europe, einem Unternehmen, das auf die Beobachtung und Analyse der Aktivitäten der EU-Regierung spezialisiert ist. Eine weitere Präsentation befasst sich mit den Verbrauchereinstellungen gegenüber Biowaren. Anne Arvola vom Unternehmen CONDOR stellt die Ergebnisse der umfangreichen Verbraucherforschung von CONDOR im gesamten EU-Bereich vor.
   Ein Überblick über den Erfolg der Handelsmarken in Belgien wird auch während der Konferenz gegeben.
   Anmeldungen für die PLMA’s Konferenz am Runden Tisch 2008 sind telefonisch möglich unter der Nummer (31) 20 575-3032 oder per E-Mail an info@plma.nl.

VERANSTALTUNGSKALENDER

27. bis 28. Februar 2008 Konferenz am Runden Tisch
Brüssel

 
27. bis 28. Mai 2008 Fachmesse „Welt der Handelsmarken“
Amsterdam

 
E-Scanner ist eine monatlich erscheinende Publikation der Private Label Manufacturers Association, Strawinskylaan 671, 1077 XX Amsterdam, Niederlande. Copyright 2008: PLMA.
 
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