PLMA E-Scanner – November 2019

November, 2019
Lidl verbucht kräftige Gewinne

Laut LZ Retailytics verbucht Lidl in seinen Verkaufsstellen in Mittelosteuropa kräftige Gewinne. Demnach hat sich das Einkommen aus dem Ostgeschäft in den letzten Jahren verdoppelt. Diese Gewinne werden Lidl im Preiskampf gegen Aldi in anderen Regionen zugutekommen. Lidl ist in zehn Ländern der Region aktiv, Aldi hingegen nur in drei.

Laut Finanzdaten erzielte Lidl im Zeitraum 2017/18 in diesen Ländern 723 Mio. Euro, deutlich mehr als die 384 Mio. Euro, die 2014/15 eingenommen wurden. Eine Lidl-Filiale im Osten generierte im Finanzjahr 2017/18 im Durchschnitt rund 6,8 Mio. Euro Nettoumsatz. Insgesamt erzielte Lidl in der Region in diesem Zeitraum mehr als 11 Mrd. Euro Nettoumsatz, laut LZ Retailytics fast 15 % des Gesamtumsatzes in Europa.

Leclerc will Casino-Märkte kaufen

Leclerc führt offenbar Verhandlungen über den Erwerb von etwa 60 Géant-Hypermärkten von Casino. Meldungen zufolge würde die Transaktion den Wert von 1,5 Mrd. Euro übersteigen. Ein diesbezüglicher Vertrag müsste der Wettbewerbsbehörde vorgelegt werden.

Die Casino Group kündigte zudem den Verkauf weiterer nicht zum Kerngeschäft gehörender Vermögenswerte an, um die Verschuldung des Konzerns weiter abzubauen. Casino veräußerte 31 Hypermärkte und Supermärkte an Unternehmen, die mit einer US-amerikanischen Private-Equity-Firma verbunden sind. Verkauft wurden 12 Verkaufsstellen der Kette Géant Casino und 19 Filialen der Vertriebslinien Monoprix und Casino Supermarkets. Casino unterzeichnete eine Vereinbarung über den Verkauf seiner Geflügelproduktionseinheit Luché Tradition Volailles. Darüber hinaus stößt das Unternehmen 20 Restaurants der Ketten „A la Bonne Heure“ und „Coeur de Blé“ ab.

Carrefour will online Shopping Website verkaufen

Carrefour ist im Gespräch, seine Online-Shopping-Site Rue du Commerce an das französische E-Commerce-Unternehmen Shopinvest zu verkaufen. Der Deal ist Teil der Strategie von Carrefour, seine Online-Verkaufsstrategie auf Lebensmittel und nicht auf Elektronik zu konzentrieren. Carrefour gab an, ein festes Angebot von Shopinvest für die Rue du Commerce erhalten zu haben, mit dem das Unternehmen die Rue du Commerce-Website bereits im Jahr 2015 gekauft hatte.

Aldi und Lidl planen Einführung von Nutri-Score-Label

Aldi und Lidl wollen die Nährwertkennzeichnung Nutri-Score auf ihren Lebensmitteln einführen. Nach einem Bericht der Lebensmittel Zeitung befürworten die beiden Discounter eine europaweit einheitliche Lebensmittelkennzeichnung, wollen jedoch sichergehen, dass die Anbringung des Siegels den rechtlichen Anforderungen in den einzelnen Ländern entspricht.

Aldi erklärte, die Einführung des Nutri-Score-Systems zu unterstützen, und will „relevante Eigenmarken-Produkte“ mit dem Logo kennzeichnen. Lidl teilte mit, dass zurzeit mehrere Produkte mit der Kennzeichnung auf der Verpackung getestet werden.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner sprach sich für das Siegel aus, da das System in einer offiziellen Verbraucherumfrage am besten abgeschnitten hatte. Dieses Ergebnis soll die Grundlage für das Modell bilden, das die Regierung für die freiwillige Kennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung empfiehlt. Die Verordnung muss von der EU-Kommission und vom Bundesrat gebilligt werden. Angestrebt wird, dass der Rechtsrahmen im nächsten Jahr steht.

Das in Frankreich eingeführte System bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Inhaltsstoffe wie Proteine in eine Gesamtbewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert auf einer fünfstufigen Skala an. Diese reicht von „A“ auf dunkelgrünem Hintergrund für die günstigste Bilanz bis zu einem roten „E“ für die ungünstigste.

Handel verringert Kunststoffeinsatz weiter

Überall in Europa reduzieren Einzelhändler die Menge der von ihnen verwendeten Kunststoffverpackungen.

Aldi hat sich zum Ziel gesetzt, den Materialeinsatz bei Verpackungen bis 2015 um 30 % zu senken. Bis 2022 sollen außerdem alle Handelsmarkenverpackungen recycelbar sein.

Die Schwarz-Gruppe übernahm den österreichischen Kunststoffrecycler Sky Plastic Group über dessen Tochter Greencycle. Sky Plastic verarbeitet Kunststoffabfälle aus Ballenware und Mahlgut und produziert daraus PP-, PE- und PS-Rezyklate.

Der spanische Einzelhändler Eroski hat den in Verpackungsschalen für Backwaren verwendeten Kunststoff durch zu 100 % wiederverwerteten und wiederverwertbaren PET-Kunststoff ersetzt. Diese Maßnahme ermöglicht es dem Unternehmen, 250 Tonnen Neukunststoff pro Jahr zu vermeiden. Bis 2025 will Eroski den Einsatz von Einwegplastikprodukten um 20 % senken.

In Großbritannien bietet Waitrose jetzt Dosen-Multipacks seiner meistverkauften Lebensmittel ohne Plastikverpackungen an.

Conad baut Unternehmen um

Die italienische Einzelhandelsgenossenschaft Conad setzt auf Umstrukturierung. Conad PAC 2000A und Conad Sicilia haben sich auf eine Verschmelzung geeinigt und bilden Conad Centro Sud, eine Gruppe mit einem Gesamtumsatz von 4,5 Mrd. Euro und einem Marktanteil von 23 %. Das neue Unternehmen soll den Betrieb im Januar 2020 aufnehmen und wird voraussichtlich einen Umsatz von mehr als 5,5 Mrd. Euro erwirtschaften.

Dieser Schritt ist Teil der Maßnahmen von Conad zur Rationalisierung einer Reihe von operativen Einheiten mit dem Ziel, die Markteffizienz zu steigern. Die Fusion stellt die zweite Phase des Prozesses dar, in der sieben Kooperativen zu vier größeren Unternehmen verschmolzen werden. Vor einigen Monaten hatten die Direktoren von Nordiconad und Conad del Tirreno einer Fusion zugestimmt, in deren Ergebnis das Unternehmen Conad Nord Ovest entstand.

Conad teilte außerdem mit, dass sich die Übernahme des Geschäfts von Auchan Retail Italia komplexer gestaltet als erwartet. Nach Angaben des Einzelhändlers sind Komplikationen in Bezug auf die Gespräche mit Gewerkschaften aufgetreten.

Coop Italia plant Investitionen

Coop Italia will mehr als 500 Mio. Euro in die Verbesserung des Produktsortiments und Serviceangebots investieren. Laut Coop 2019 Report fokussiert sich die Genossenschaft auf umweltfreundliche Produkte, Lebensmittel-Welfare und Convenience.

Im Bericht wird ausgeführt, dass die Handelsmarkenprodukte von Coop, deren Marktanteil weiter steigt, im Mittelpunkt künftiger Maßnahmen stehen werden. Zudem wird festgestellt, dass italienische Verbraucher weniger Zeit in der Küche verbringen, was zu einem Anstieg von Lebensmittellieferungen führt.

Tesco lanciert Abo-Modell

Tesco startet mit Clubcard Plus ein neues Abo-Programm. Für einen Monatsbeitrag von 7,99 GBP profitieren Mitglieder von Vorteilen, darunter einem Rabatt von 10 % auf bestimmte Marken. Die Einsparungen richten sich danach, wie viel Kunden normalerweise jeden Monat in Tesco-Filialen ausgeben. Ein Kunde, der zweimal im Monat 100 GBP pro Einkauf ausgibt, würde mit Clubcard Plus bei jedem Einkauf 10 GBP sparen.

Marks & Spencer bringt Halal-Fertiggerichte auf den Markt

Marks & Spencer Food bringt eine Handelsmarkenreihe mit nach Halal-Regeln hergestellten Fertiggerichten in die Regale. In 36 ausgewählten M&S-Filialen werden sechs von der Halal Food Authority (HFA) zertifizierte Fertiggerichte angeboten. Das Unternehmen erarbeitete in Zusammenarbeit mit der HFA und Herstellern zertifizierte Versionen seiner populärsten Fertiggerichte, darunter „Chicken Arrabbiata“, „Chicken & Mushroom Tagliatelle“, „Chicken & Leek Bake“, „Chicken Hotpot“, „Chicken Jalfrezi“ und „Chicken Tikka Masala“.

Die Produkte werden nicht nur in ausgewählten britischen Geschäften angeboten, sondern außerdem von Al-Futtaim, dem internationalen Franchise-Partner von M&S, in Märkten wie Singapur und Dubai vertrieben.

In den Läden 

Tesco will die Wachstumsrate seines Express-Formats in Großbritannien steigern. Dazu eröffnet das Unternehmen in den nächsten drei Jahren 150 Filialen und verdoppelt die Online-Kapazitäten.

Mit Sources führt Carrefour ein neues Handelsformat für Beauty-Produkte ein. Die erste Sources-Filiale wird in Paris eröffnet.

In Belgien lanciert Lidl einen Abholservice für Lebensmittel, und in den Niederlanden ging der Discounter mit seinem Handy-basierten Bonusprogramm Lidl Plus an den Start.

Amazon führt Hautpflegeartikel der Marke „Belei“ in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien ein. Außerdem bringt der Online-Händler mit Tovess Gin seine erste Spirituosenmarke in Großbritannien auf den Markt.

Supermercato24 hat den polnischen Lieferservice Szopi übernommen. Über Supermercato24 können Kunden Bestellungen in lokalen Supermärkten aufgeben, die in 31 italienischen Städten ausgeliefert werden.

Jerónimo Martins eröffnete den ersten kassenlosen Pingo Doce-Supermarkt in Lissabon. Kunden des Geschäfts sind hauptsächlich Studenten einer nahe gelegenen Universität.

Superdrug in Großbritannien bietet in allen Filialen einen kostenlosen Click-and-Collect-Service mit einer Wartezeit von 30 Minuten an.

Netto baut sein Online-Angebot im Lebensmittel- und Drogeriebereich auf mehr als 2.000 Produkte aus.

Edeka eröffnete seinen ersten Supermarkt, in dem ausschließlich Bioprodukte verkauft werden. Im Biofachmarkt unter dem Namen Naturkind werden auf rund 500 Quadratmetern Verkaufsfläche etwa 7.000 Artikel angeboten.

Die Migros richtete in ihren Supermärkten einen speziellen Bereich für italienische Lebensmittel ein, in dem etwa 45 Produkte von 12 Erzeugern angeboten werden.

Aldi will die Zahl seiner Filialen in der Schweiz in den kommenden zehn Jahren auf 300 erhöhen.

Aldi und Lidl bauen ihr Angebot an veganen Fleischalternativen aus.

Meldungen zufolge führt Auchan in Portugal die Nährwertkennzeichnung Nutri-Score für alle Handelsmarken ein.

Metro verkaufte die Mehrheitsbeteiligung an seinem Chinageschäft an den lokalen Einzelhändler Wumart. Metro betreibt in China 97 Märkte und Immobilien.

Spar eröffnete fünf Filialen in China.

Iceland nimmt in Großbritannien vegane Tiefkühlprodukte ohne Palmöl in das Weihnachtsangebot auf. Zudem sind die Produkte größtenteils plastikfrei.

Der portugiesische Einzelhändler Continente brachte Pralinen auf den Markt, die mit UTZ-zertifiziertem Kakao aus nachhaltigem Anbau hergestellt werden.

Sonae investiert bis 2021 bis zu 725 Mio. Euro in die Erweiterung, Instandhaltung und Verbesserung seiner Supermärkte in ganz Portugal.

Nach Angaben von Axfood verbuchte die Vertriebslinie Willys kräftiges Wachstum, wozu auch das erweiterte Online-Angebot beitrug.

Der italienische Discounter MD will die Zahl seiner Geschäfte bis zum Jahr 2023 auf 1.000 erhöhen. Zurzeit werden 780 Filialen in ganz Italien betrieben.

Waitrose erweiterte das Sortiment in den Kategorien Wein, Spirituosen und Apfelwein um sechs Handelsmarkenprodukte.

Spar brachte glutenfreie Würstchen in die Regale.

Der niederländische Einzelhändler Jumbo lancierte 10 glutenfreie Produkte, die in Zusammenarbeit mit der niederländischen Zöliakiegesellschaft entwickelt wurden.

Boots bietet biologisch abbaubare Babytücher aus Viskose an.

Biedronka erweiterte sein Verkaufsstellennetz im dritten Quartal um 32 Filialen. Der Gesamtumsatz legte fast 11 % zu.

Lidl verkauft seine Produkte in Großbritannien erstmals online über eine neue Website oder App.

Der finnische Discounter Tokmanni brachte eine Reihe mit Reinigungs- und Schönheitsprodukten der neuen Marke „Perfekt+“ auf den Markt.

Makro nahm in Spanien diverse biologisch abbaubare Einwegartikel für den Haushalt ins Sortiment auf.

Marktforschung 
Zahl der neu eingeführten Bioprodukte in Europa am höchsten

Wie eine neue Studie von Mintel zeigt, ist Europa bei der Einführung von Biolebensmitteln und -getränken führend. Innerhalb der letzten zehn Jahre wurde knapp ein Fünftel aller neuen Lebensmittel und Getränke in Europa als Bioprodukte deklariert, weltweit waren es nur 10 %. Vorreiter in Sachen Bio ist Frankreich mit 22 % aller Bio-Neueinführungen in Europa, gefolgt von Deutschland (20 %) und Spanien (9 %).

Die Mintel-Studie zeigt, dass der Anteil an Markteinführungen von Biolebensmitteln und -getränken in Europa mit “Frei-von“-Auszeichnungen in den letzten zehn Jahren ein beachtliches Wachstum verbuchte und von 20 % auf 43 % gestiegen ist. Produkte, die ethische Ansprüche für sich geltend machen, erlebten eine ähnliche Steigerungsrate. Während vor zehn Jahren 23 % aller neu eingeführten Biolebensmittel und -getränke in Europa als „ethisch“ und „ökologisch“ ausgelobt wurden, erhöhte sich dieser Anteil auf 41 %.

Verbraucher wollen ethische und nachhaltige Produkte

Die Mehrheit der britischen Verbraucher ist der Meinung, dass Körperpflege- und Kosmetikmarken größere Anstrengungen unternehmen sollten, um Produkte ethisch und nachhaltig herzustellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine unter mehr als 2.000 Verbrauchern durchgeführte Umfrage von Leatherhead Food Research.

Demnach möchten 79 % der Verbraucher, dass Hersteller Ethik und Nachhaltigkeit größere Priorität beimessen. Die Ergebnisse zeigten, dass Frauen „deutlich stärker“ an Ethik und Nachhaltigkeit gelegen war. Von ihnen wünschten sich 85 %, dass größere Anstrengungen unternommen werden, bei den Männern waren es 73 %.

PLMA-Nachrichten 
Konferenz am runden Tisch in Mailand vom 26. bis 27. Februar

Ab sofort können sich Interessenten für die jährliche PLMA-Konferenz am runden Tisch 2020 anmelden, die vom 26. bis 27. Februar in Mailand stattfindet. Im Fokus der Konferenz am runden Tisch stehen die Handelsmarken-Partnerschaft und Best Practices, die die Zusammenarbeit vereinfachen und produktiver gestalten, von der Beschaffung bis zur Regalposition.

Die Konferenz beginnt am Mittwochnachmittag, 26. Februar, mit einem Bericht von Euromonitor zur Einzelhandelslandschaft in Italien. Im Anschluss folgt ein Geschäftsrundgang bei führenden Einzelhändlern in Mailand.

Der erste Programmpunkt des nächsten Tages ist eine offene Debatte darüber, wie es zum jetzigen Zeitpunkt um die Partnerschaft bestellt ist, was gut funktioniert und was nicht. Edgar Elzerman moderiert eine Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Einzelhändlern und Herstellern. Im Anschluss erläutert Jon Wright von IGD die Best Practices bei Beschaffung, Produktentwicklung und im Handelsmarken-Marketing.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz ist der Einfluss von Millennials und der neuen Generation Z auf die Praktiken des Einzelhandels. Aufschluss über diesen Trend gibt eine neue Studie von Mintel.

Wenn Sie weitere Informationen zur PLMA-Konferenz am runden Tisch 2020 wünschen, wenden Sie sich unter der E-Mail-Adresse conferences@plma.nl oder der Telefonnummer +31 20 575 3032 an den PLMA International Council.

Veranstaltungen 
26.-27. Februar 2020

PLMAs jährliche Konferenz am runden Tisch
Mailand, Italien