PLMA E-Scanner – Januar 2020

Januar, 2020
Ahold Delhaize will einheitliche Preise

Einer der führenden Einzelhändler in Europa fordert Industriemarken zur Änderung ihrer Preispolitik auf. Frans Muller, CEO von Ahold Delhaize, will mehr Transparenz und einheitlichere Preise in ganz Europa.

Verbraucher sollten wissen, dass die meisten Markenprodukte von großen Herstellern oft in nur drei Werken produziert werden, erklärte Muller in einem Interview mit German Retail Blog. Da ergebe sich die Frage, warum sie in jedem der 27 nationalen Märkte zu einem anderen Preis verkauft würden. Muller warf die Frage auf, warum die Entwicklung hin zu Europapreisen nicht schneller voranschreitet. Schließlich würde das die Dinge vereinfachen und das Leben erleichtern.

Nach Ansicht von Muller unterminieren die großen Preisunterschiede bei Standardmarken die Vorteile eines gemeinsamen europäischen Marktes. Sie machen die Lieferketten außerdem unnötig komplex, so Muller. Es sei nicht die Schuld der Händler, dass es nicht mehr Preistransparenz gibt, denn Händler würden Preistransparenz sehr begrüßen. Außerdem findet Muller es unfair, dass Hersteller sehr zufrieden zu sein scheinen, wenn große Discounter zentral einkaufen, obgleich sie wesentlich größer seien als Einzelhandelsunternehmen.

Muller wünscht sich mehr Effizienz in der Lieferkette und mehr Preistransparenz für Kunden. Es sei für Verbraucher nicht nachvollziehbar, warum jemand, der in Frankreich lebt, nur die Grenze nach Süden überqueren muss, um eine 25 % billigere Dose Limonade zu kaufen. Daher seien einheitlichere und transparentere Preise in Europa nötig.

Tesco erwägt Ausstieg aus Asien-Geschäft

Die anstehende Entscheidung von Tesco über den Verbleib in Asien könnte zu einem Verkauf der Geschäftsbereiche in Thailand und Malaysia führen. Nach Angaben des Unternehmens ist die Prüfung dieser Bereiche erst der Anfang. Tesco betreibt in Thailand fast 2.000 Filialen, viele davon Convenience-Geschäfte. In Malaysia sind es 74 Märkte.

Sollte Tesco sich aus Thailand und Malaysia verabschieden, verbliebe als einziger Geschäftsbereich im Ausland (mit Ausnahme von Irland) der in Mitteleuropa. Dazu gehören Filialen in Ungarn, Polen, der Slowakei und der Tschechischen Republik. Seit 2011 hat sich Tesco aus den USA, der Türkei, Japan, Südkorea und China zurückgezogen.

Carrefour testet neue Formate

Carrefour testet neue Formate der Vertriebslinie Carrefour Express. In Warschau richtete Carrefour eine vollautomatische „Express 24/7“-Filiale ein, die täglich rund um die Uhr geöffnet ist. In Brüssel wurde ein neuer Carrefour Express mit einem großen Gastronomiebereich eröffnet, der frische Lebensmittel und Bioprodukte anbietet.

Darüber hinaus testet Carrefour in Belgien ein weiteres Format namens Carrefour City. Der 200 Quadratmeter große Laden führt diverse Produkte des täglichen Bedarfs, vor allem Handelsmarken. Speisen wie Frühstück, Salate, Pizzas, Sandwiches oder Suppen können entweder unterwegs oder im Carrefour Café verzehrt werden.

Niederlande befürworten Nutri-Score

Die Niederlande unterstützen die Nährwertkennzeichnung Nutri-Score. Die Regierung entschied sich für die Einführung von Nutri-Score in den Niederlanden als führende Ernährungsrichtlinie, stellte jedoch fest, dass die Bewertungskriterien des Systems „nicht immer“ mit den niederländischen Ernährungsempfehlungen übereinstimmen. Bevor niederländische Lebensmittelhersteller die Kennzeichnung auf ihren Verpackungen anbringen können, muss die Situation verbessert werden. Ein internationaler Wissenschaftsrat wird mit niederländischer Beteiligung auf die Angleichung der Standards hinwirken. Dieses Vorhaben sollte bis Mitte 2021 abgeschlossen sein.

Metro setzt wieder auf Großhandel

Metro will sich künftig auf das Großhandelsgeschäft konzentrieren. „Unser Ursprung ist der Großhandel, und im Großhandel liegt unsere Zukunft“, ließ Metro-Chef Olaf Koch verlauten. Nun, da der Verkauf der Supermarktkette Real an X+Bricks so gut wie unter Dach und Fach ist und Wumei die Mehrheitsbeteiligung an Metro China übernimmt, will der deutsche Konzern den Schwerpunkt wieder auf das Kerngeschäft verlagern. Nach Abschluss dieser Transaktionen wird der Großhandel einschließlich Hotellerie, Gastronomie und Catering sowie Trader 70 % des Umsatzes von Metro ausmachen.

Metro rechnet in fast allen Regionen mit einem Wachstumstempo wie im Vorjahr. Eine Ausnahme bildet Russland, wo größere Margen erwartet werden. Außerdem ist im kommenden Jahr mit höherer Rentabilität in Deutschland und Westeuropa zu rechnen.

Aldi kombiniert Media-Aktivitäten

Aldi Nord und Aldi Süd haben ihre Media-Aktivitäten bei einer Agentur gebündelt. Die Agentur PHD verantwortet nun die Media-Strategie sowie die Planung und den Einkauf von Werbezeiten oder Werbeflächen der beiden Discounter.

Ziel ist es, die Media-Steuerung zu vereinfachen und effizienter zu gestalten und auf diese Weise Synergiepotentiale stärker zu nutzen. Alle Media-Maßnahmen und Kampagnen sollen in Zukunft verstärkt datenbasiert ausgespielt werden.

Aldi überarbeitet veganes Sortiment

Aldi hat das Angebot an veganen Produkten in Großbritannien überarbeitet. Die Marken „I Am Vegan“ und „Meat Free Butcher“ des Discounters werden durch die neue Marke „Plant Menu“ ersetzt. Anfangs werden 20 Produkte angeboten. Aldi erklärte, mit der Umstellung sowohl vegane als auch nicht vegane Kunden ansprechen zu wollen.

Tegut baut Handelsmarkenprogramm aus

Tegut startet in Deutschland mit gekühlten Produkten der Marke „Freppy“, deren Name sich aus den englischen Begriffen „fresh“ und „happy“ zusammensetzt. Das Angebot umfasst 70 Produkte, darunter Salate-to-go, Obst-to-go und küchenfertiges Gemüse. Die Migros Zürich erweitert außerdem ihr Angebot der Premium-Marke „Tegut vom Feinsten“, des Öko-Labels „Tegut Bio“ und der Marke „Tegut LandPrimus“ (Fleisch- und Wurstwaren). Es sollen 100 Produkte eingeführt werden, darunter 35 Bioartikel und 55 Premium-Produkte.

Jumbo übernimmt Hema-Filialen

Die niederländische Supermarktkette Jumbo übernimmt 17 Hema-Geschäfte in Großstädten. Zudem werden in sechs Hema-Bahnhofsfilialen Lebensmittel von Jumbo verkauft. Im Gegenzug sind in Jumbo-Filialen Hema-Produkte wie Gläser, Töpfe, Tassen und Geschirrtücher erhältlich. Die von Jumbo übernommenen Hema-Geschäfte werden zu Jumbo-Supermärkten. Jumbo will sein Wachstum in Städten ankurbeln. Große Standorte seien jedoch schwer zu finden, ließ das Unternehmen verlauten. Die Umstellung wird voraussichtlich drei Jahre dauern.

Weniger Plastik in Portugal

Sonae eröffnete in Portugal den ersten Supermarkt, in dem die Obst- und Gemüseabteilung ohne Einwegplastikprodukte auskommt. Umgesetzt wurde die Maßnahme, die Teil der Initiative „Responsible Plastic Commitment“ ist, in der Filiale von Continente Bom Dia in Porto. Als Alternative zu Einwegplastiktüten können Kunden wiederverwendbare und waschbare Beutel aus Baumwolle oder Polyester oder kostenlose Papiertüten verwenden oder ihre eigenen Beutel bzw. Tüten von zu Hause mitbringen.

Continente will den Einsatz von Kunststoffen fossilen Ursprungs für Handelsmarken bis 2025 senken und stattdessen recycelbare, wiederverwendbare oder kompostierbare Verpackungen verwenden.

Immer mehr Menschen speisen allein

Die Essgewohnheiten in Europa ändern sich: Mehr und mehr Menschen speisen allein, während sie einem digitalen Gerät ihre Aufmerksamkeit schenken. Wie eine neue Studie von Mintel zeigt, nimmt durchschnittlich ein Drittel der Europäer jede Mahlzeit allein ein. Bei jüngeren Menschen ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass sie in „Gesellschaft“ ihres Mobiltelefons speisen.

Auch andere Bildschirme sorgen jedoch für Ablenkung. In Großbritannien geben fast drei von vier Befragten zu, beim Essen fernzusehen oder Video-Games zu spielen. Der Studie zufolge gilt das auch für fast 70 % der polnischen und mehr als die Hälfte der spanischen und italienischen Verbraucher. In deutschen und französischen Haushalten scheinen Konsumenten weniger geneigt, Technologie zu den Mahlzeiten zuzulassen.

In den Läden 

Carrefour übernimmt 28 Auchan-Filialen von Conad. Die meisten haben das Proximity-Format und befinden sich in der Lombardei.

Auchan rechnet damit, dass seine Hypermärkte in Frankreich 2019 mit Verlusten abschließen, resultierend aus Umsatzrückgängen.

Amazon erhöhte seinen Marktanteil im E-Commerce-Geschäft in Großbritannien im Jahr 2019 auf mehr als 30 %.

Mit „Cosmia Bio“ lancierte Auchan Retail eine Marke mit Bioprodukten für die Schönheits- und Körperpflege. Die Produkte sind in allen Auchan-Filialen in Spanien, Frankreich, Portugal, Ungarn, der Ukraine, Polen und Rumänien erhältlich.

Unter der Marke „Lieblings“ halten 70 neue Premium-Produkte Einzug in das Sortiment von Netto Marken-Discount.

Die neue Eigenmarke „Respekt“ von Edeka umfasst nachhaltige Wasch- und Putzmittel.

Rewe vermarktet 30 Drogerieartikel in China über Tmall Global, eine Tochtergesellschaft von Alibaba.

Bol.com übernimmt den Online-Vertrieb von Drogerieartikeln von Etos. Produkte von Etos werden zudem online von Albert Heijn angeboten, einer Tochterfirma von Ahold Delhaize.

Marktforschung 
Mehr Umsatz für Bioprodukte in Frankreich

In Frankreich steigt der Umsatz von Biohandelsmarken. Nach Angaben von Nielsen hat sich der wertmäßige Jahresumsatz von Biohandelsmarken um mehr als 18 % erhöht. Bioprodukte sind inzwischen für 4,7 % des Umsatzes bei FMCG-Produkten verantwortlich, konnten jedoch 78 % des Wachstums für sich beanspruchen. Während sich der wertmäßige Umsatz von Verbrauchsgütern um 1,1 % erhöhte, war der Bioumsatz mit 21 % am Wachstum des Segments beteiligt. Fast alle französischen Haushalte kaufen Bioprodukte und geben im Durchschnitt 150 Euro pro Jahr dafür aus. Drive-Märkte verbuchten von allen Einzelhandelsformaten die höchsten Umsatzsteigerungen bei Bioprodukten.

Supermärkte punkten mit verzehrfertigen Produkten

Supermärkte in Spanien verbuchen große Umsatzsteigerungen bei verzehrfertigen Lebensmitteln. Nach einem Bericht von Kantar hat sich der Umsatz dieser Produkte um 10 % erhöht. In einem Umfeld, in dem die Nachfrage nach Lebensmitteln und Getränken stagniert, besteht die einzige Möglichkeit für das weitere Wachstum des Vertriebskanals im Hinblick auf das Volumen darin, Konsumanlässe zu nutzen, die normalerweise von anderen bedient werden, so Kantar. Am beliebtesten sind Produkte für das Mittagessen, allen voran Fleisch- und Pizzagerichte. Laut Kantar führt der Erfolg dieser Produkte zu einer Schmälerung des Umsatzes von Restaurants.

PLMA-Nachrichten 
Konferenz am runden Tisch in Mailand vom 26. bis 27. Februar

Im Mittelpunkt der jährlichen Konferenz am runden Tisch 2020 der PLMA, die vom 26. bis 27. Februar in Mailand stattfindet, steht die Frage, wie Einzelhändler und Hersteller die Effektivität und Effizienz ihrer Zusammenarbeit steigern können.

Die Konferenz beginnt am Mittwochnachmittag, 26. Februar, mit einem Bericht von Euromonitor zur Einzelhandelslandschaft in Italien. Im Anschluss folgt ein Geschäftsrundgang bei führenden Einzelhändlern in Mailand.

Der erste Programmpunkt des nächsten Tages ist eine offene Debatte darüber, wie es zum jetzigen Zeitpunkt um die Partnerschaft bestellt ist, was gut funktioniert und was nicht. Edgar Elzerman moderiert eine Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Einzelhändlern und Herstellern. Im Anschluss erläutert Jon Wright von IGD die Best Practices bei Beschaffung, Produktentwicklung und Handelsmarken-Marketing.

Auf dem Programm stehen zudem Präsentationen zum Einfluss von Millennials und der neuen Generation Z auf die Praktiken des Einzelhandels. Aufschluss über diesen Trend gibt eine neue Studie von Mintel.
Wenn Sie weitere Informationen zur PLMA-Konferenz am runden Tisch 2020 wünschen, wenden Sie sich unter der E-Mail-Adresse conferences@plma.nl oder der Telefonnummer +31 20 575 3032 an den PLMA International Council.

Veranstaltungen 
26.-27. Februar

PLMAs jährliche Konferenz am runden Tisch
Mailand

26.-27. Mai

PLMAs internationale Fachmesse „Welt der Handelsmarken“
Amsterdam