PLMA E-Scanner – März 2020

März, 2020
Stehen Aldi Nord und Aldi Süd vor einer Fusion?

Spekulationen zufolge verfolgen Aldi Nord und Aldi Süd aktiv Pläne für eine Fusion, die bis 2022 abgeschlossen sein soll. Der digitalen Ausgabe des deutschen „Manager Magazin“ zufolge haben die Discounter den Zusammenschluss bereits vor zwei Jahren geplant. Ein internes Dokument enthält Einzelheiten dazu, wie beide zu einem Verbund zusammenwachsen sollen, um größere Effizienz und Einsparungen bei den Personalkosten zu erreichen.

Aldi Süd kommentierte, die beiden Unternehmen würden enger denn je zusammenarbeiten, dementierte jedoch, dass eine offizielle Fusion geplant sei.

Die Ursache für den geplanten Zusammenschluss sieht das „Manager Magazin“ im harten Wettbewerb auf dem Markt. In den letzten Jahren ist die Konkurrenz durch Supermärkte, den Discounter Lidl und den Online-Händler Amazon für Aldi Nord und Aldi Süd immer größer geworden.

Die ersten Schritte hin zu einer Fusion wurden bereits gemacht. Beide Unternehmen haben ihre technologische Infrastruktur koordiniert, eine Vereinbarung mit einem gemeinsamen Kreditkarten-Dienstleister getroffen und ihr Marketing abgestimmt. Im vergangenen Jahr gaben die Handelszwillinge außerdem Pläne zur Vereinheitlichung ihrer Handelsmarken bekannt.

Nord und Süd gingen 1961 getrennte Wege, angeblich aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Brüdern Theo und Karl Albrecht über den Verkauf von Zigaretten in ihren Filialen. Alle an der Trennung beteiligten Familienmitglieder sind inzwischen verstorben, was den Weg für einen Zusammenschluss frei macht. Die beiden Discounter betreiben insgesamt 11.000 Filialen auf vier Kontinenten.

Markenaufbau bei Carrefour

Carrefour stellt sein Handelsmarkensortiment neu auf, um den Umsatz zu steigern. Nach Berichten von LSA strafft der Händler den Beschaffungsprozess und beabsichtigt, den Marktanteil für seine Handelsmarken in Frankreich bis 2022 auf 33 % zu erhöhen.

Martine Loyer, Leiterin des Bereichs Lebensmittelmarken der Carrefour Group, stellt fest: „Es war dringend notwendig, aus der Perspektive des Kunden zu denken und die Bedürfnisse der Verbraucher in den Blick zu nehmen. Wir konnten unser Markenangebot nicht länger an Abteilungen oder Herstellern ausrichten. Dieses Projekt wurde in Blitzgeschwindigkeit, in nur 18 Monaten umgesetzt. Das ist extrem schnell. Uns ist wichtig, dass ein Kunde, der eine Carrefour-Filiale besucht, die Erneuerung sofort erkennt.“

Carrefour-Chef Alexandre Bompard fordert eine Verringerung des Gesamtsortiments um 15 % bis Ende 2020. Martine Loyer, zuständig für Handelsmarken, wechselte 2018 von General Mills in das Unternehmen. Inzwischen ist das Handelsmarkenteam von 80 auf 120 Mitarbeiter angewachsen. Mehr als 2.500 Verbraucher beteiligten sich an der Entwicklung eines neuen Kernsortiments. „Wir nehmen jetzt den Großteil des Geschäfts in Angriff. Nämlich mitten im Markt“, meint Loyer.

Auf Produkte am unteren Ende der Preisskala hat dieses Projekt hat keine Auswirkungen. „Mit unseren weißen Produkten, etwa 500 Artikeln, erwirtschaften wir 5 % unseres Markenumsatzes“, so Loyer. Das Angebot an Premium-Marken soll ausgebaut werden.

Walmart will Mehrheit an Asda verkaufen

Walmart sucht noch immer nach einem Weg, seine Beteiligung an Asda in Großbritannien zu reduzieren. Das Unternehmen erwägt den Verkauf seiner Mehrheitsbeteiligung an Asda, nachdem einige Parteien Interesse an einer Investition gezeigt hatten. Im vergangenen Jahr blockierten die britischen Wettbewerbshüter eine geplante Fusion der Walmart-Tochter Asda mit Sainsbury’s.

Walmart gab an, Anteile an Asda halten zu wollen, wenn der Plan voranschreiten würde. Es seien noch keine Entscheidungen getroffen worden, und das Unternehmen würde keine weiteren Kommentare zu den Gesprächen abgeben, so Walmart. Walmart erwarb Asda im Jahr 1999. Das Unternehmen gehört zu den drei größten Supermärkten in Großbritannien mit einem Marktanteil von schätzungsweise 15 %.

Wachstum für Handelsmarken in Polen

Die Umsatzzahlen für Handelsmarken in Polen steigen. Nach Angaben von Nielsen betrug der wertmäßige Umsatz von Handelsmarken 2019 in Polen 32,1 Mrd. PLN, ein Anstieg von 4,7 % im Vergleich zum Vorjahr.
Momentan haben Eigenmarken am Umsatz von FMCG-Produkten in Polen einen Anteil von 19,8 %. Die am häufigsten gekauften Produkte sind die Eigenmarken der Kategorie Molkereiprodukte der beiden größten Einzelhändler Mleczna Dolina (Biedronka) und Pilos (Lidl).

Nielsen zufolge haben die polnischen Verbraucher die Qualität von Eigenmarken schätzen gelernt. Mehr als vier von zehn (44 %) geben an, jetzt mehr Handelsmarkenprodukte zu kaufen. Vor sieben Jahren war es noch ein Drittel. Ursache für den Anstieg ist der Trend der Premiumisierung von Handelsmarkenprodukten, die sich durch höhere Qualität und Einzigartigkeit auszeichnen.

Biedronka plant Einstieg in Rumänien

Biedronka, der größte Lebensmittelhändler in Polen, ist bereit, in andere Länder zu expandieren. Besonders großes Interesse besteht am Markt in Rumänien. Wie Pedro Soares dos Santos, CEO von Jéronimo Martins, der portugiesischen Muttergesellschaft von Biedronka, kommentierte, sei der Moment gekommen, die geschäftlichen Aktivitäten über die Grenzen Polens hinaus ausweiten. „Das Land, in dessen Markt wir gern einsteigen würden, ist Rumänien; ob in diesem oder im nächsten Jahr, ist offen“, so Soares dos Santos.

Nicht zuletzt dank des guten Geschäfts in Polen verbuchte Jéronimo Martins 2019 eine Steigerung des Nettogewinns um 7,9 %. Der Umsatz von Biedronka kletterte 2019 (währungsbereinigt) um 8,8 %, und das trotz einer neuen Regelung, die die Öffnung von Supermärkten in Polen an einigen Sonntagen verbietet.

Biedronka ist nicht der einzige Einzelhändler, der auf den rumänischen Markt drängt. Berichten zufolge werden Kaufland und Lidl, Töchter der Schwarz-Gruppe, zusammen in diesem Jahr vermutlich mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Geschäftsausweitung in Rumänien investieren.

Ahold verkauft mehr gesunde Lebensmittel

Ahold Delhaize will den Umsatz von gesunden Handelsmarkenlebensmitteln steigern. Angestrebt wird, deren Anteil am Umsatz bis 2022 auf 51 % zu erhöhen. Um dies zu erreichen, will der Händler weitere Produktrezepte neu formulieren und den Zucker-, Fett- und Salzgehalt senken. Mit Systemen zur Nährwertkennzeichnung auf wissenschaftlicher Basis wie Nutri-Score und Guiding Stars, sowohl in den Geschäften als auch online, will es Ahold den Verbrauchern zudem erleichtern, ihren persönlichen gesundheitlichen Bedürfnissen entsprechend einzukaufen.

Darüber hinaus stellt das Unternehmen mehr Informationen darüber zur Verfügung, wo die Handelsmarken bezogen, welche Produktionsmethoden verwendet und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden. Dabei kann der Händler auf der nahezu 100%igen Sichtbarkeit und Nachhaltigkeit in den Lieferketten der Eigenmarke für Fisch und Meeresfrüchte aufbauen.

Zudem arbeitet Ahold darauf hin, die Kunststoffabfälle in seinem Handelsmarkensortiment bis 2025 zu eliminieren. Erreicht werden soll dies durch Verpackungsreduktion und die Umstellung auf vollständig recycelbare, wiederverwertbare oder kompostierbare Kunststoffe.

Etwa 25 % der Plastikverpackungen für Eigenmarken werden bis 2025 aus recycelten Materialien bestehen.

Tesco testet bargeldlose Filiale

Tesco eröffnete im Zentrum von London eine bargeldlose Filiale, in der Kunden an Selbstzahlerkassen verschiedene elektronische Zahlungsmöglichkeiten nutzen können, darunter Debitkarten, Kreditkarten und Apple Pay auf dem Mobiltelefon. Die Bezahlung mit Bargeld ist nicht möglich.

Diese Filiale ist das erste bargeldlose Mainstream-Geschäft von Tesco nach der Eröffnung einer Filiale in der Hauptniederlassung in Welwyn Garden City im Jahr 2018. Dieses Geschäft wird in erster Linie von Mitarbeitern von Tesco genutzt, steht allerdings auch der Allgemeinheit zur Verfügung.

Bargeldlose Zahlungssysteme werden auch von anderen britischen Einzelhändlern getestet. Sainsbury’s testet einen Lebensmittelladen ohne Kassen, in dem Kunden per SmartShop Scan oder mit der App Pay & Go bezahlen können. Das Geschäft bietet allerdings auch einen Helpdesk für Kunden, die bar oder per Karte bezahlen möchten.

Marks & Spencer erweitert die Möglichkeit des kassenlosen Einkaufs per Smartphone auf 44 Filialen. Kunden können Produkte selbst scannen und dann für Artikel im Wert von bis zu 30 GBP mit Apple Pay auf ihrem iPhone oder einer in ihrem M&S.com-Konto gespeicherten Karte bezahlen.

Britische Kunden empfehlen Aldi

Aldi ist der Supermarkt, der in Großbritannien von den Kunden am häufigsten weiterempfohlen wird. In einer YouGov-Umfrage wurde der Prozentsatz der Kunden ermittelt, die Freunden oder Kollegen eine Marke empfehlen würden.

Aldi führt das Ranking an – 78 % der bestehenden Kunden raten Bekannten zum Einkauf beim Discounter. Auf Platz zwei rangiert Ocado, von 74 % empfohlen, knapp vor Lidl mit 73 %.

Aldi verkauft Kochboxen

Bei Aldi Süd finden Kunden jetzt Kochboxen mit frischen Zutaten und Rezepten für die Zubereitung von Mahlzeiten. Aldi verpackt Gemüse, Nudeln, Reis, Soßen und Gewürze sowie Rezepte in kleine Kartons mit Tragegriff. Zum Start gibt es die Zutaten für Tomaten-Paprika-Suppe, Lasagne und grünes Thai-Curry. Fleisch und Käse müssen die Kunden noch selbst dazu kaufen. Die Boxen werden für je 3,33 Euro verkauft.

Aldi hat einen speziellen Bereich auf der Website eingerichtet. Zudem sind die Produkte in der Broschüre mit QR-Codes versehen. Somit können Kunden auf die Videos und die Rezepte in digitaler Form zugreifen. In den Videos, die als Ergänzung zu den beigelegten Karten gedacht sind, ist genau zu sehen, wie die Gerichte zubereitet werden müssen.

In den Läden 

Metro verkauft seine Hypermarktkette Real und die verbundenen Aktivitäten für etwa 1 Mrd. an ein Bieterkonsortium.

Carrefour Italia will in den kommenden drei Jahren mehr als 300 Express-Geschäfte eröffnen.

Der Umsatz der Marke „Marque Repère“ von Leclerc hat sich im letzten Jahr um 3,1 % erhöht.

Asda eröffnet in ausgewählten Märkten Food-to-Go-Stände in Zusammenarbeit mit der Bäckereikette Greggs.

Sainsbury’s testet ein Convenience-Format mit frischen Food-to-go-Produkten.

In Schweden legte der Online-Lebensmittelhandel 22 % zu, der Lebensmittelumsatz insgesamt erhöhte sich um 3 %.

Die Wettbewerbsbehörden in Finnland haben Kesko die Übernahme des Foodservice-Großhändlers Heinon Tukku untersagt.

Spar konnte seinen Marktanteil in Norwegen im Jahr 2019 auf 7,3 % steigern.

Esselunga in Italien verbuchte im Finanzjahr 2019 Umsätze in Höhe von 8,14 Mrd. Euro, 2,9 % als im Vorjahr.

Albert Heijn verkauft in einigen Filialen in den Niederlanden heiße Mahlzeiten. Kunden können Speisen aus einer Küche abholen oder im Geschäft verzehren.

Der Discounter Kaufland will bis Ende 2021 nur noch Kosmetika und Körperpflegeprodukte anbieten, die frei von Mikroplastik sind.

Bei Rewe finden Kunden jetzt ausschließlich nachhaltig zertifizierten Orangensaft.

Edeka bringt vegane Burger-Patties und veganes Hackfleisch in zwei Varianten auf den Markt: tiefgefroren und frisch.

Lidl Belgien führte eine digitale Treuekarten-App ein, mit der Kunden Kassenbons und weitere Vorteile erhalten.

Marktforschung 
Aldi und Lidl in Großbritannien weiter auf Wachstumskurs

Nach Angaben der Marktforschungsagentur GlobalData werden Aldi und Lidl in Großbritannien weiter Marktanteile erobern. Während der britische Lebensmittelmarkt bis 2024 voraussichtlich um 15 % auf 174,5 Mrd. GBP wachsen wird, ist damit zu rechnen, dass die vier größten Supermarktketten in diesem Zeitraum 1,1 % des Gesamtmarkts einbüßen.

Zwar wird der Lebensmittelumsatz der größten vier Einzelhändler (Tesco, Sainsbury’s, Morrisons und Asda) laut Prognose um 12,6 % steigen, die Discounter und Online-Akteure werden im betreffenden Zeitraum jedoch weitere Marktanteile hinzugewinnen und 25 % bzw. 55 % wachsen.

GlobalData zufolge zeigen die aktuellen Umsatzzahlen, dass das Angebot der Discounter für britische Verbraucher nach wie vor große Anziehungskraft hat. Besonders eindrucksvoll schnitt der Discounter Lidl ab, dessen Umsatz sich im Dezember um 11 % im Jahresvergleich erhöhte. Zwar gäbe es Anzeichen für eine Verlangsamung des flächenbereinigten Umsatzwachstums bei Aldi und Lidl, beide Händler verfolgen jedoch weiter ehrgeizige Expansionspläne für Großbritannien, so GlobalData.

Verbraucher in Portugal suchen mehrere Geschäfte auf

Portugiesische Verbraucher vergleichen offenbar gern Preise. Wie die Ergebnisse einer neuen Studie von Nielsen zeigen, kaufen etwa zwei Drittel (64 %) der Haushalte in Portugal gern in mehr als vier verschiedenen Supermärkten ein.

Dem Bericht „Panorama of Portuguese Retail“ von Nielsen zufolge lässt sich der Trend zum Einkauf in mehreren Märkten seit mindestens 2017 beobachten. Im letzten Jahr füllten nur 11 % der portugiesischen Verbraucher ihre Einkaufskörbe in zwei Geschäften. Der Anteil der Kunden, die sich auf einen Laden beschränkten, war noch niedriger.

In der Umfrage gaben nur 22 % der Teilnehmer an, dass sie eine Mischung aus drei Geschäften bevorzugen. 35 % kaufen nach eigenen Angaben in vier Läden ein und 29 % in fünf.

PLMA-Nachrichten 
„Welt der Handelsmarken“ 2020 der PLMA auf 2.-3. Dezember verschoben

Die PLMA hat ein neues Datum für die internationale Fachmesse „Welt der Handelsmarken“ bekannt gegeben. Das Ereignis, das ursprünglich für den 26.-27. Mai geplant war, wird nun am 2.-3. Dezember im RAI Exhibition Centre in Amsterdam stattfinden. Die Terminänderung war unvermeidbar, da die Regierung Großveranstaltungen wie Fachmessen während der Coronavirus-Krise untersagt hat. Weitere Informationen zur „Welt der Handelsmarken“ finden Sie hier. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte unter der E-Mail-Adresse info@plma.nl an die PLMA.

Veranstaltungen 
2-3. Dezember
PLMAs „Welt der Handelsmarken“ 2020
Amsterdam