PLMA E-Scanner – Oktober 2019

Oktober, 2019
Casino und Tesco erwägen Verkauf von Filialen

Meldungen zufolge erwägen zwei der größten Einzelhändler Europas, einige ihrer Filialen zu verkaufen. Casino will offenbar seine Leader Price-Filialen in Frankreich an Aldi veräußern. Leader Price betreibt etwa 700 Geschäfte, einschließlich etlicher Franchise-Filialen. Die Vertriebslinie erzielte 2018 einen Umsatz von 2,5 Mrd. Euro. Analysten zufolge würde die Akquisition Aldi helfen, in puncto Größe näher zu Lidl aufzuschließen. Lidl hält im Land einen Marktanteil von etwa sechs Prozent.

Casino hat bereits Anlagen im Wert von 2,1 Mrd. Euro abgestoßen und vor Kurzem den Verkauf von weiterem Vermögen im Wert von 2 Mrd. Euro angekündigt. Ziel ist es, die hohe Schuldenlast zu verringern.

Berichten zufolge erwägt Tesco außerdem, seine polnischen Filialen zu veräußern. Polen ist mit etwa 350 Geschäften der größte Handelsplatz von Tesco in Mitteleuropa. Tesco hat mit dem sich verschärfenden Wettbewerb, insbesondere im Bereich allgemeine Waren, und einer Kürzung der Ladenöffnungszeiten zu kämpfen.

Discounter eröffnen mehr kleinere Läden

Aldi und Lidl erhöhen die Zahl ihrer kleineren Geschäfte, um in innerstädtischen Bereichen zu expandieren. Laut Giles Hurley, CEO von Aldi in Großbritannien und Irland, könnte der Discounter mehr als 50 Läden seines neuen Formats „Local“ in London eröffnen. Mit einer Fläche von etwa 560 Quadratmetern sind die Geschäfte weniger als halb so groß wie normale Aldi-Märkte. Im abgespeckten Sortiment von rund 1.500 Produkten wurde auf Großpackungen verzichtet, womit dem Fehlen von Parkplätzen Rechnung getragen wird. Food-to-Go und Fertiggerichte erhalten einen prominenten Platz am Eingang der Geschäfte.

Lidl eröffnete in Frankfurt seine erste Metropolfiliale. Das 1.800 Quadratmeter große Geschäft erstreckt sich über zwei Etagen und könnte ein Prototyp für ähnliche Standorte werden. Lidl betonte, dass es in Zukunft mehr als ein Konzept geben wird.

Aldi führt Bio-Marken zusammen

Aldi Süd und Nord vereinheitlichen ihr Angebot an Bio-Eigenmarken. Sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd haben beim Deutschen Patent- und Markenamt die Marke „Gut Bio“ angemeldet. Der Markenname wurde bislang nur von Aldi Nord verwendet. Das angemeldete Logo vereint jetzt allerdings das vorhandene Bio-Logo von Aldi Süd mit dem bestehenden Logo „Gut Bio“.

Die Umstellung auf die neue Marke betrifft rund 700 Bioprodukte, die Aldi im Standardsortiment oder als Test-, Saison- oder Aktionsartikel anbietet. Der Discounter beabsichtigt, den Großteil der Eigenmarken bis zum kommenden Jahr schrittweise zu vereinheitlichen. Begonnen hatte Aldi damit bereits vor über einem Jahr.

Britische Einzelhändler richten Marken neu aus

Zwei der führenden britischen Lebensmittelhändler überarbeiten ihre Handelsmarkenprogramme. Sainsbury’s nimmt die Marke „Basics“ aus dem Sortiment und erweitert das Angebot von 12 Tertiärmarken um 120 Produkte, um die Einstiegsmarke zu ersetzen.

Waitrose gestaltete die Verpackung der Premium-Eigenmarke „No.1“ neu und führte mehr als 200 neue Produkte ein. Zum Angebot der Marke unter dem neuen Namen „Waitrose & Partners No.1“ gehören Sauerteig-Pizza mit Burrata, Schichtkuchen mit Kokosnuss, Passionsfrucht und weißer Schokolade sowie mexikanischer Yucatan-Honig. Erstmals umfasst das Sortiment der Marke auch verschiedene Weine, Apfelweine und Spirituosen.

Carrefour expandiert in Italien

Carrefour expandiert in Mittel- und Süditalien. Zwei Hauptfranchisevereinbarungen, die Carrefour Italia mit Apulia Distribuzione und Etruria Retail einging, ermöglichen die Konsolidierung der Vertriebsnetze von Carrefour Market und Carrefour Express in den Regionen Kalabrien, Basilicata und Puglia. Gleichzeitig stärkt Carrefour damit seine Präsenz in der Toskana und in Umbrien. Bis zu Beginn des nächsten Jahres wird das momentan 1.085 Filialen umfassende Vertriebsnetz von Carrefour Italia um 546 Geschäfte ausgebaut.

Handelsmarken in Spanien im Aufwind

Wie die neuesten Umsatzdaten belegen, erobern Handelsmarken in Spanien Marktanteile. IRI zufolge steigt der Wertanteil der Eigenmarken schneller als der von Herstellermarken. Handelsmarken verbuchten zuletzt einen Umsatzanstieg von 4,6 %. Der Umsatz der Herstellermarken erhöhte sich hingegen nur um 1,8 %. Laut Daten des IRI-Konsumbarometers schloss der Juli 2019 mit einem Wertzuwachs von 3,3 % seit Jahresbeginn, was auf eine Steigerung der Nachfrage (+2,8 %) zurückzuführen war.

Der Online-Lebensmittelumsatz im Land steigt laut IRI ebenfalls in raschem Tempo. Im Online-Geschäft werden Zuwächse von fast 20 % verbucht. In großen Marktformaten betragen die Umsatzsteigerungen mehr als 5 %, in Drogerien rund 3 %.

Preisschere in den Niederlanden öffnet sich weiter

Eine Studie des Verbraucherverbands in den Niederlanden kommt zu dem Ergebnis, dass der Preisabstand zwischen Handels- und Industriemarken größer wird. Demnach haben sich die Preise der Handelsmarken in diesem Jahr kaum erhöht, während die Preise für Industriemarken deutlich gestiegen sind. Infolgedessen sind Industriemarken inzwischen um 40 % teurer als vergleichbare Einzelhandelsmarken.

Für die Studie verglich der Verbraucherverband die Preise von 90 Industriemarken und Handelsmarken in 15 Supermarktketten. Die Kosten für den mit Industriemarken gefüllten Einkaufswagen betrugen 177 Euro, für den Wagen mit Handelsmarken waren es 105 Euro.

Tesco lanciert Marke mit pflanzlichen Lebensmitteln

Tesco erweiterte das Sortiment um eine Reihe preisgünstiger Lebensmittel aus pflanzlichen Zutaten. Die Marke „Tesco Plant Chef“ umfasst Produkte wie Makkaroni mit Butternuss und Blumenkohl, panierte Soja-Goujons, fischlose Filets im Teigmantel und Pizza mit Pilzen. Tesco will außerdem spezielle Bereiche für pflanzliche und vegetarische Produkte einrichten, damit Kunden diese Artikel nicht lange suchen müssen. Einige Produkte der neuen Marke werden auch im Fleischregal zu finden sein. Auch die Marke „Wicked Kitchen“ soll um Lebensmittel aus pflanzlichen Zutaten erweitert werden.

Intermarché verzichtet auf 140 Lebensmittelzusätze

Bis Ende 2020 will Intermarché 140 Zusatzstoffe aus dem Lebensmittelangebot entfernen. Zu diesem Zweck werden 900 Rezepturen geändert. Kunden können Produkte mithilfe einer beliebten Smartphone-App scannen und so bestimmen, welche Zusatzstoffe darin enthalten sind. Intermarché kommentierte, dass die Kunden von heute bereit seien, ihre Konsumgewohnheiten zu ändern, ihre Standards für Produkte zu überprüfen und sich für Produkte zu entscheiden, die besser für die Gesundheit sind. Mit diesem globalen Plan zur Verbesserung der Qualität will Intermarché den Erwartungen der Kunden gerecht werden, und das so schnell wie möglich.

Migros nutzt Blockchain

Die Migros nutzt eine Blockchain-Lösung zur Rückverfolgung von Lebensmitteln in der Lieferkette. Von der neuen Plattform erhofft sich die Schweizer Supermarktkette nicht nur Transparenz für Kunden, sondern auch effizientere Produktrückrufe und eine bessere Kontrolle der Lieferkette. Blockchain könnte außerdem zu mehr Effizienz im Vertrieb und weniger Lebensmittelverschwendung führen.

Frischlieferanten hatten bereits die Möglichkeit, Daten zur Rückverfolgung über eine API nach dem GS1-Standard einzugeben. Diese Möglichkeit will die Migros durch eine B2B-App für Mobilgeräte und Web mit Funktion zum Datei-Upload ausbauen.

In den Läden 

Mit „Sources“ führt Carrefour ein neues Handelsformat für Beauty-Produkte ein. Das erste Geschäft wird in diesem Monat in Paris eröffnet.

Laut IRI steigt der Marktanteil von Handelsmarken in Frankreich.

Albert Heijn und Lidl sind in den Niederlanden die aktivsten Supermärkte in den sozialen Medien.

Morrisons führte in Großbritannien Produktetiketten ein, auf denen Kunden gebeten werden, die Verpackung zu recyceln oder im Laden wiederzuverwenden.

Ahold Delhaize stattet alle europäischen Filialen mit elektronischen Regalbeschriftungen aus.

Sainsbury’s will Plastikverpackungen bis 2025 um 50 % reduzieren.

Kaufland führte mit „K Favourites“ eine neue Eigenmarke ein, die etwa 160 Produkte im Mittelpreissegment umfasst.

Asda stellt alle frischen Fertiggerichte auf vollständig recycelbare Verpackungen um.

Lidl baut das Angebot an Fleischalternativen in seinen Märkten aus.

Iceland erweitert sein Handelsmarkensortiment in Großbritannien um mehr als 550 neue oder verbesserte Tiefkühlprodukte.

Der von der K-Group eingeführte CO2-Fußabdruck-Rechner ermöglicht es K-Plussa-Kunden, die CO2-Bilanz ihrer Einkäufe in den Lebensmittelgeschäften der K-Group zu verfolgen.

Albert Heijn testet am Hauptsitz des Unternehmens in Zaandam eine Filiale mit 14 Quadratmetern Fläche ohne Kassen.

Sainsbury’s brach den Test des ersten kassenlosen Lebensmittelladens ab und räumte ein, dass die Kunden nicht auf diese Art von Einkauf vorbereitet seien.

Aldi Italia erweiterte sein Handelsmarkensortiment um zwei neue Marken mit Molkereiprodukten.

Franprix verkauft eine Auswahl von Nonfood-Produkten des niederländischen Billig-Discounters Hema.

Billa in Österreich setzt bei seinen Handelsmarken auf Waschmittel, die frei von Mikroplastik sind.

Spar brachte in der Schweiz eine neue Produktreihe namens „Spar Natural“ auf den Markt, die Lebensmittel für die gesundheitsbewusste Ernährung umfasst.

SuperValu testet eine Reihe aus 65 umweltfreundlichen Produkten in ganz Irland.

Aldi führt im kommenden Jahr in der Schweiz Verpackungen mit der Nutri-Score-Kennzeichnung ein.

S-market in Finnland veranstaltet jeden Tag eine „Happy Hour“, in der besonders große Nachlässe auf Lebensmittel nahe dem Verfallsdatum gewährt werden.

Auchan stellte seine Formate Jumbo und Pão de Açúcar in Portugal auf die Vertriebslinie Auchan um.

James Hall & Co., der Spar-Großhändler für den Norden Englands, lancierte eine Reihe mit Ethnic Food für unterwegs.

Der britische Online-Händler Ocado verbuchte im letzten Quartal Umsatzwachstum.

Marktforschung 
Kunden wollen nachhaltige Produkte

Nach einer neuen Studie von Euromonitor gewinnt Nachhaltigkeit für Verbraucher an Bedeutung. Demnach glaubt mehr als die Hälfte (54 %) der Konsumenten, dass sie mit ihren Einkäufen etwas bewirken kann. Einer der wichtigsten Faktoren für Verbraucher ist der Klimawandel. Laut Euromonitor machen sich 61 % der Konsumenten Sorgen über den Klimawandel.

Der Begriff „recycelbar“ ist die weltweit vertrauenswürdigste grüne Kennzeichnung, gefolgt von „aus regionaler Erzeugung“, „natürlich, umweltfreundlich“ und „natürlich“.

PLMA-Nachrichten 
Fachmesse für Handelsmarken in Chicago vom 17.-19. November

In diesem Jahr stellen mehr als 1.500 Unternehmen aus 55 Ländern ihre Produkte auf der Fachmesse für Handelsmarken in Chicago aus. Darüber hinaus sind auf der Veranstaltung, die vom 17. bis 19. November stattfindet, 30 internationale Pavillons zu sehen. Unter den Ausstellern sind kleine Betriebe, Firmen mittlerer Größe sowie bekannte Produzenten nationaler Marken, die auch Handelsmarken herstellen.

Zur Messe kommen Einkäufer, die Supermärkte, Hypermärkte, Drogerien, Großdiscounter, Convenience-Ketten, Online-Händler, Importeure, Exporteure, Großhändler, Discounter und Armeeläden vertreten.

Die Fachmesse findet im Rosemont Convention Center statt, zehn Minuten vom internationalen Flughafen O’Hare in Chicago entfernt. Wenn Sie weitere Informationen zur Teilnahme als Besucher oder Aussteller an der US-Fachmesse für Handelsmarken der PLMA 2019 wünschen, klicken Sie bitte hier. Besucherinformationen finden Sie, wenn Sie hier klicken.

Veranstaltungen 
22.-24. Oktober

Fortbildungskurs für Führungskräfte
Nyenrode Business Universiteit, Amsterdam

17.-19. November

US-Fachmesse für Handelsmarken
Chicago